Das Fachgebiet Werkstoffmechanik wurde 1976 an der Technischen Hochschule Darmstadt im Fachbereich Bauingenieurwesen eingerichtet und stand bis 2003 unter der Leitung von Prof. Dr. T. Seeger. Von 2003 bis 2023 wurde das Fachgebiet von Prof. Dr.-Ing. M. Vormwald geleitet. Seit 2024 wird das Fachgebiet von Prof. Dr.-Ing. A. Trauth geleitet. Es bildet zusammen mit den Fachgebieten Stahlbau und Holzbau sowie der Versuchsanstalt und PÜZ-Stelle das Institut für Stahlbau und Werkstoffmechanik.
Gründungsprofessor unseres Fachgebiets,
der im Januar 2026 verstorben ist
Prof. Dr. Seeger hat das Fachgebiet Werkstoffmechanik an der Technischen Universität Darmstadt 27 Jahre als Gründungsprofessor aufgebaut und entscheidend geprägt. Mit seiner wissenschaftlichen Weitsicht, seinem Engagement in Lehre und Forschung sowie seiner menschlichen Integrität hat er Generationen von Studierenden, Mitarbeitenden und Kolleg:innen nachhaltig beeinflusst. Sein Wirken folgte den Leitlinien aufgeklärter Wissenschaft – getragen von Empathie, Toleranz, Vertrauen und einer langfristigen, generationsübergreifenden Perspektive.
Timm Seeger hat eine überaus große wissenschaftliche Reputation auf den Gebieten der Betriebsfestigkeit und der Bruchmechanik erlangt. Seine Arbeiten zur Bereitstellung mechanismenorientierter Verfahren zur Berechnung der Festigkeit von Strukturen haben das Fachgebiet international sichtbar gemacht und haben bis heute Bestand. Die Wertschätzung der Fachkollegen wurde ihm unter anderem mit der Verleihung der Erich-Siebel-Gedenkmünze im Jahr 2001 zum Ausdruck gebracht.
Auf dem Gebiet der Schwingfestigkeit ist er der herausragende Beförderer des Örtlichen Konzepts und hat mit wegweisenden Beiträgen zu den Fragen Übertragbarkeit, Schadensakkumulation und Mehrachsigkeit wichtige Impulse gesetzt. Heute ist das Örtliche Konzept in nationalen und internationalen Festigkeits-Richtlinien integriert, in kommerziellen Software-Paketen implementiert und findet breite Anwendung.
Von ebenso hoher wissenschaftlicher Bedeutung sind seine Arbeiten zur Schwingbruchmechanik sowie der Lebensdauerberechnung von Schweißverbindungen, die in über 250 Veröffentlichungen weltweit publiziert wurden.
Seine Offenheit, seine Neugier und sein wertschätzender Umgang werden uns in Erinnerung bleiben.
Wir verlieren mit ihm nicht nur einen herausragenden Wissenschaftler, sondern auch einen geschätzten Mentor und Wegbereiter unseres Fachgebiets.
In dankbarer Erinnerung
Das Team des Fachgebiets Werkstoffmechanik